Hallo Freunde der leichten Unterhaltung,
man mag es kaum glauben, aber ich bin jetzt fast 6 Monate in Kanada und davon die meiste Zeit in Montreal. Ein paar Ziele konnte ich erreichen und ich konnte ein paar Leuten beweisen, dass man auch ohne Französischkenntnisse hier einen Job finden kann. Vermutlich wäre die Auswahl etwas vielfältiger, aber diesen Meilenstein kann man wenigstens in seinen Lebenslauf schreiben. Bei anderen Jobs fällt jegliche Beschäftigung unter "Lebenserfahrung".
Ich werde immer wieder gefragt: "Was machst du?" und die Antwort darauf ist wirklich langweilig. Das Leben hier unterscheidet sich kaum von dem Leben in Deutschland. Man geht zur Arbeit, man geht wieder nach Hause und genießt seine Zeit. Der große Unterschied zu Deutschland ist jedoch meine fehlende Faulheit. Jede alltägliche Aufgabe wird mit einer Freude und Hingabe von mir erledigt, als würde die Welt morgen untergehen. Die Wäsche wird mit einem lächelnden Gesicht in die Waschmaschine geworfen, das Geschirr mit Freude gespült und alle 2 Wochen fege ich den Besen mit Elan durch die Wohnung (fern von der Tatsache, dass wir einen Staubsauger haben und der viel effizienter wäre, wenn mein Mitbewohner ihn nicht mit faulen Argumenten schützen würde). Veränderung hat einen Vorteil: Der Alltag ist noch nicht angekommen. Auch wenn man jeden Tag zur Arbeit geht und eine Routine hat, wird der Tag jedoch anders gelebt. Meiner Meinung nach viel Intensiver.
Zum reisen bin ich die letzten Tage leider nicht gekommen. Aber ich konnte wenigstens 2x snowboarden gehen und beide Male waren traumhaft. Mit dem Auto ist man nur ca. 1 - 2 Stunden von einigen "Skigebieten" entfernt. Es handelt sich nicht unbedingt um die Alpen, aber es ist trotzdem nicht schlecht. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Steffi, die mir das Snowboard fahren beigebracht hat!!! Ohne dich wäre ich wohl ein riesiger Schneemuffel. Schnee gibt's hier nämlich immer noch genug und in dem Sinne (je t'aime... immer noch):
Was mich doch zu einer Tatsache bringt, die ich etwas unterschätzt habe: Kälte. Eigentlich "dachte" ich, es ist ähnlich kalt wie in dem schwäbische Dörfchen in dem ich aufgewachsen bin. Ha! Denkste! Ich hab in meinem Leben schon oft gefroren und ich dachte, ich hätte Kälte erlebt, aber das hier ist schon noch einen Tick schlimmer oder anders. Es ist nämlich eisig kalt und besonders an sonnigen Tage. Man schaut manchmal raus und denkt "Das sieht heute aber warm aus". Das ist aber eine Falle. Das Wetter will einen mit seinen Sonnenstrahlen nach draußen locken, damit der Wind einen zu einem Eiszapfen verzaubert. Hatte man an einem Tag -20°C und am nächsten Tag -5°C, dann möchte man sofort in seine Herbstjacke wechseln, weil es auf einmal "mild" ist. Immerhin haben die Kanadier in der Hinsicht Recht behalten und der Winter ist etwas gewöhnungsbedürftig.
Und gestern war mein Geburtstag. Es war schön, nicht nur, dass jeder an mich gedacht hat und ich viele kreative und liebe Nachrichten bekommen habe, auch meine Kollegen hier haben mich verwöhnt. Von mir gab es selbst gebackene Muffins mit Käsekuchen Geschmack und Schoko-Muffins mit einem Toffifee in der Mitte. Die harte Arbeit am Vortag hat sich also bezahlt gemacht. Ich hätte auch ein Bild machen sollen!? Aber nein, Madam denkt natürlich nicht daran. Aber ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie die aussahen. Als nächstes muss ich den berühmten Rotweinkuchen und die Erdnuss-Schnitten machen, immerhin hab ich mir für die Muffin Aktion extra einen Mixer gekauft. Ich frage mich auch, wie mein Mitbewohner ohne einen Mixer klar kam. Den braucht man doch dauernd... zum Beispiel zum... ja, hm, gute Frage... backen.
Gefeiert wurde nur bei einer genüsslichen vegetarischen Lasagne und einem Besuch im Kino um den neuen Spongebob Film anzusehen.
Und hier noch die wohl besten Geschenke überhaupt von meinen 2 süßen Kollegen:
Und weil ich immer noch motiviert bin Französisch zu lernen, hab ich mich heute endlich für einen Kurs angemeldet. Somit komme ich meinem Ziel langsam immer näher und näher.
Viele Grüße,
eure die eine


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