Monday, 4 January 2016

Noël, nouvelle annee und Deutschland

Alle Jahre wieder... kommt nicht nur das Christkind, auch ich schaffe es mal was zu schreiben. 

Aus Tradition heraus bin ich ueber Weihnachten einfach mal fuer 10 Tage nach Deutschland geflogen, um meine Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen, statt mich waehrend der Festtage bei der Arbeit zu langweilen. Wer mich verpasst hat, sorry oder selber Schuld :P Dabei konnte ich den Weihnachtsmarkt besuchen und mich wieder mit den Veggie Gummitieren eindecken. Am 27. Dezember gings dann auch wieder zurueck um mit einem schoenen Jetlag am Folgetag zu arbeiten. Sehr empfehlenswert.

Mittlerweile bin ich 1 Jahr und 3 Monate in Kanada (mit einer einmonatigen Pause) dazwischen und eigentlich ist es immer noch ganz gut. Mein Franzoesisch hat sich minimal verbessert und am Telefon konnte ich heute zumindest ein paar seltsame Fragen stellen, die wahrscheinlich keinen Sinn gemacht haben. Zum Glueck war der neue Kollege zur Stelle und konnte zumindest in einem fliessenden Satz, den Kunden auf morgen vertroesten. Naja, naechstes Mal... *huestel* 

Dieses Jahr gibt's keine Vorsaetze fuers neue Jahr. Bringt ja nichts... mein Franzoesich ist immer noch grauenvoll :P also echt! 

Im neuen Jahr hab ich jetzt zumindest einen weiteren Teil von Kanada/Quebec erkunden koennen und es ging letztes Wochenende nach Petite Riviere Saint Francois (ja, das ist tatsaechlich der Name eines kleinen Dorfes und das ist keine Ausnahme, die Orte hier haben alle heilige Namen). Samstags waren wir im Le Massif Charlevoix um dort boarden zu gehen. Am Sonntag ging es nach Baie Saint Paul zum Motoneige (Schneemobil) fahren. Leider, oder zum Glueck, war ich nur der Mitfahrer. Das Schneemobil waere bei meinem Fliegengewicht wahrscheinlich nie in die gesteuerte Richtung gefahren. Aber immerhin kann man das jetzt von der imagniaeren Bucket List streichen.
Ansonsten waren die Leute auf dem Land erstaunlich freundlich und haben sogar mein Franzoesisch ohne Wimpernzucken ertragen. Notfalls hab ich ja 'mein Frankreich' zur Seite :P 


Fuer dieses Jahr steht aber noch einiges auf dem Plan wie diverse Konzerte, Staedte und vielleicht schaffe ich es auch mal, eine andere Provinz ausser Quebec und Ontario zu besuchen. Es mangelt in dem Fall meistens nur an der Zeit. 

Wer mich besuchen will, kann sich jetzt gerne anmelden. Die gute Plaetze sind noch frei :P 

Bis dann, 
eure Ju Se

Wednesday, 25 February 2015

Halbzeit

Hallo Freunde der leichten Unterhaltung, 

man mag es kaum glauben, aber ich bin jetzt fast 6 Monate in Kanada und davon die meiste Zeit in Montreal. Ein paar Ziele konnte ich erreichen und ich konnte ein paar Leuten beweisen, dass man auch ohne Französischkenntnisse hier einen Job finden kann. Vermutlich wäre die Auswahl etwas vielfältiger, aber diesen Meilenstein kann man wenigstens in seinen Lebenslauf schreiben. Bei anderen Jobs fällt jegliche Beschäftigung unter "Lebenserfahrung".

Ich werde immer wieder gefragt: "Was machst du?" und die Antwort darauf ist wirklich langweilig. Das Leben hier unterscheidet sich kaum von dem Leben in Deutschland. Man geht zur Arbeit, man geht wieder nach Hause und genießt seine Zeit. Der große Unterschied zu Deutschland ist jedoch meine fehlende Faulheit. Jede alltägliche Aufgabe wird mit einer Freude und Hingabe von mir erledigt, als würde die Welt morgen untergehen. Die Wäsche wird mit einem lächelnden Gesicht in die Waschmaschine geworfen, das Geschirr mit Freude gespült und alle 2 Wochen fege ich den Besen mit Elan durch die Wohnung (fern von der Tatsache, dass wir einen Staubsauger haben und der viel effizienter wäre, wenn mein Mitbewohner ihn nicht mit faulen Argumenten schützen würde). Veränderung hat einen Vorteil: Der Alltag ist noch nicht angekommen. Auch wenn man jeden Tag zur Arbeit geht und eine Routine hat, wird der Tag jedoch anders gelebt. Meiner Meinung nach viel Intensiver.

Zum reisen bin ich die letzten Tage leider nicht gekommen. Aber ich konnte wenigstens 2x snowboarden gehen und beide Male waren traumhaft. Mit dem Auto ist man nur ca. 1 - 2 Stunden von einigen "Skigebieten" entfernt. Es handelt sich nicht unbedingt um die Alpen, aber es ist trotzdem nicht schlecht. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Steffi, die mir das Snowboard fahren beigebracht hat!!! Ohne dich wäre ich wohl ein riesiger Schneemuffel. Schnee gibt's hier nämlich immer noch genug und in dem Sinne (je t'aime... immer noch):




Was mich doch zu einer Tatsache bringt, die ich etwas unterschätzt habe: Kälte. Eigentlich "dachte" ich, es ist ähnlich kalt wie in dem schwäbische Dörfchen in dem ich aufgewachsen bin. Ha! Denkste! Ich hab in meinem Leben schon oft gefroren und ich dachte, ich hätte Kälte erlebt, aber das hier ist schon noch einen Tick schlimmer oder anders. Es ist nämlich eisig kalt und besonders an sonnigen Tage. Man schaut manchmal raus und denkt "Das sieht heute aber warm aus". Das ist aber eine Falle. Das Wetter will einen mit seinen Sonnenstrahlen nach draußen locken, damit der Wind einen zu einem Eiszapfen verzaubert. Hatte man an einem Tag -20°C und am nächsten Tag -5°C, dann möchte man sofort in seine Herbstjacke wechseln, weil es auf einmal "mild" ist. Immerhin haben die Kanadier in der Hinsicht Recht behalten und der Winter ist etwas gewöhnungsbedürftig. 

Und gestern war mein Geburtstag. Es war schön, nicht nur, dass jeder an mich gedacht hat und ich viele kreative und liebe Nachrichten bekommen habe, auch meine Kollegen hier haben mich verwöhnt. Von mir gab es selbst gebackene Muffins mit Käsekuchen Geschmack und Schoko-Muffins mit einem Toffifee in der Mitte. Die harte Arbeit am Vortag hat sich also bezahlt gemacht. Ich hätte auch ein Bild machen sollen!? Aber nein, Madam denkt natürlich nicht daran. Aber ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie die aussahen. Als nächstes muss ich den berühmten Rotweinkuchen und die Erdnuss-Schnitten machen, immerhin hab ich mir für die Muffin Aktion extra einen Mixer gekauft. Ich frage mich auch, wie mein Mitbewohner ohne einen Mixer klar kam. Den braucht man doch dauernd... zum Beispiel zum... ja, hm, gute Frage... backen.

Gefeiert wurde nur bei einer genüsslichen vegetarischen Lasagne und einem Besuch im Kino um den neuen Spongebob Film anzusehen.
Und hier noch die wohl besten Geschenke überhaupt von meinen 2 süßen Kollegen:


Und weil ich immer noch motiviert bin Französisch zu lernen, hab ich mich heute endlich für einen Kurs angemeldet. Somit komme ich meinem Ziel langsam immer näher und näher.


Viele Grüße,

eure die eine

Friday, 28 November 2014

3 Monate Kanada

Nach fast 3 Monaten Kanada muss ich doch einmal einen Blogeintrag schreiben.
Woran merkt man, dass es 3 Monate sind? Eine E-Mail von Air France erinnerte mich heute daran, dass ich doch bitte in meinen Flug einchecken soll, der morgen von Toronto über Paris nach Stuttgart fliegt. Aus Kostenspargründen habe ich damals bereits meinen Rückflug gebucht und den kann ich jetzt nicht antreten, weil doch viel zu viel gut gelaufen ist. Hier hab ich viel zu schnell einen Job gefunden, eine Wohnung und mir fehlt nur noch die perfekte Brettspielgruppe mit der ich regelmäßig die Welt von Ungeheuern und Seuchen befreien kann.
Das ist ein neuer Ton von mir und ich beklage mich über positive Ereignisse. Das kann nur ein Zeichen sein, dass es mir zu gut geht. Mittlerweile mag das vielleicht sogar stimmen, aber anfangs hab ich viel gemeckert. Wie eben eine gute Deutsche!

Ich sollte wirklich einen Preis gewinnen für viel Text mit wenig Inhalt. Deshalb hier mal was sinnvolles.

Wie die meisten wissen, begann meine Reise Ende August und mein erster Stop hieß Toronto. Die Stadt war mir sehr bekannt, weil ich immer als Teenager dahin auswandern wollte. Der Dank dafür geht an Sum41, die aus Toronto kommen. Damals hab ich etliche Reiseführer verschlungen und wusste mehr über die Stadt als womöglich jeder, der jemals da war. Viel brachte mir das für mein erstes Ziel leider nicht und irgendwie hab ich kaum etwas touristisches in Toronto angeschaut. Dafür war die Zeit auch viel zu kurz und ich hatte das Vergnügen mit einer der nettesten Deutschen meine ersten Tage zu verbringen. Wir kochten Abends zusammen, besuchten Toronto Island mit dem Fahrrad, spielten Brettspiele und schlenderten durch die Stadt. Ein Glück, dass ich meine Jugendträume nicht erfüllt habe, denn Toronto ist überhaupt keine Stadt für mich. Zwischen Betonklötzen fühlte ich mich noch nie sehr wohl. Das Hostel hingegen war wirklich genial und da würde ich sofort wieder hingehen.

Nach 5 Tagen ging es dann mit dem Bus in das 8 Stunden entfernte Montreal. Der Ort, an dem ich überwintern wollte. Die meiste Angst hatte ich vor der Sprache und ich war noch nicht ganz überzeugt, ob ich tatsächlich einen Job finden kann, ohne fließend Französisch zu sprechen. Beide Ängste sollten unbegründet bleiben. Nachdem ich im wohl coolsten Hostel in Montreal untergebracht war, erkundete ich die Stadt um festzustellen "Verdammt, alles scheint viel zu weit weg zu sein". Da ich Geld sparen wollte (ich wusste ja nicht wie lange ich von meinen Ersparnissen leben muss) lief ich zu allem und immer wenn ich Rue Rachel kreuzen musste, rechnete ich bereits mit einem über 30 Minuten weit entfernten Spaziergang. Auf Google Maps sah alles immer relativ nah aus und man lief los, um dann fast eine Stunde später anzukommen. In der ersten Zeit war ich unglaublich unzuverlässig. Immer musste ich mich für meine Verspätungen entschuldigen, es war wirklich schlimm. Jeder weiß, wie zuverlässig ich bin (außer vielleicht beim Brettspielen :P jajaja Dirk (falls du das überhaupt liest)).

Nun ja, ich war noch nicht lange in Montreal und irgendwie war mir nach ein paar Wochen bereits langweilig. Deshalb hab ich mich kurzerhand für einen Job in meinem Bereich beworben, der Deutsch als Pflicht erforderte und nicht Französisch. Das Ganze kam wie gerufen und ich hab noch nie so schnell ein Vorstellungsgespräch gehabt. Hab am Sonntag meine Bewerbung verschickt und am Donnerstag hatte ich bereits das Gespräch. Am selben Tag hab ich bereits die Zusage bekommen, dass ich den Job habe. Es dauerte dann noch fast einen Monat bis ich den Vertrag unterschrieben hatte und meinen ersten Arbeitstag kannte. In der Zwischenzeit war ich hin- und hergerissen zwischen "Geld verschwenden" und "Geld sparen". Am Ende hab ich wohl etwas dazwischen gemacht, trotzdem war das eine seltsame Zeit. Jeder Tag war  gleich und ausschlafen ist was feines und frische Pancakes auch, aber irgendwie wollte ich doch, dass es endlich losgeht.

Am 20. Oktober fing ich dann endlich mit der Arbeit an und bin eigentlich noch ganz happy. Nach den wohl besten Kollegen der Welt in Köln, konnte ich mir nicht vorstellen überhaupt etwas zu finden, was dem Nahe kommt. Aber bei mir auf der Arbeit sind alle super nett und hilfsbereit, ähnlich wie in Köln. Nur die philosophischen Gespräche mit Dennie und Freddy fehlen und natürlich das ganze Bier. Aber ich war doch ganz froh, dass es hier keine Tradition gibt und man ein Einstandsbier spendieren muss. Bei 500 Kollegen und den Preisen für Alkohol hier wäre ich am ersten Arbeitstag bereits pleite gewesen.

Was kann ich soweit über Kanada oder Montreal sagen. Die Kanadier sind alle nett, hilfsbereit und sehr rücksichtsvoll, jedoch nicht ganz so cool wie Australier... aber das sagt ein Australien Fangirl. Montreal besitzt einen ganz besonderen Charme und erinnert stark an Europa. Mit Englisch kommt man hier gut zurecht und deshalb trau ich mich oft nicht einfach Französisch zu reden. Wenn ich das dann doch mal mache, dann verstehen mich die Leute nicht -.-' und ich verstehe die nicht. Wieso sollte man sich deshalb in Situationen befördert, von denen beide Parteien nicht profitieren. Das ist wohl die beste Ausrede überhaupt :D Aber ich will irgendwann einen Kurs belegen, wahrscheinlich nächstes Jahr.

Irgendwie macht das schreiben sogar Spaß, ich bin verblüfft. Vielleicht sollte ich das häufiger machen. Leider gibt's keine Bilder. Hab kaum welche gemacht... bislang, aber sobald ich die Weiten von Kanada erkunden fahre, mache ich mehr. Ganz bestimmt *hust*.

Das Wetter ist gut und das essen passt auch! Besser kann man nicht Danke sagen und seinen ersten Blogpost beenden.